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Ersttagsbriefe Berlin

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Eine Übersicht basierend auf meiner aktuellen Sammlung von über 5.000
verschiedenen Ersttagsbriefausgaben dieses Briefmarken Sammelgebietes.

Übersicht der Kapitel

Ersttagsbriefe Berlin Einführung

Ersttagsbriefe / FDCs / First Day Covers des Briefmarkensammelgebiets Berlin 1949-1990 gab es in mehreren grafischen Ausführungen bzw. von mehreren "offiziellen" oder "privaten" Anbietern. Mein persönliches Sammelziel ist diese Ausführungen "alle" zusammen zu stellen.
amtlich 1949 1951

Ersttagsbriefe Berlin 1949-1959

In Michel Katalogen findet man für die Anfangszeit ab 1949 Angaben zu den Texten auf amtlichen Berliner Ersttagsbriefen für bestimmte Briefmarken und den institutionellen Herausgebern im Postgebiet Berlin bis Ende 1955.

berliner kinder

Ersttagsbriefe Berlin 1960-1969

In den 1960-er Jahren gab es eine Vielzahl von Ersttagsbriefen deren Basis sich mit den Ausgaben Ende der 1950-er Jahre in 1960 und 1961 mit etwa 10 FDC Varianten darstellte.

hofmann

Ersttagsbriefe Berlin 1970-1990

In den 1970 er Jahren reduziert sich die Anzahl unterschiedlicher FDCs. Im Jahr 1980 gab es noch Fidacos (seit 1953), Sieger (seit 1954), Folioprint (1968-1981), G&H (1962-1985), Keller (1969-1990), Etabo (1982-1990) sowie die Deutschen Bundespost (ohne Logo oder Hinweis auf die deutsche Bundespost mit Beschriftung "Ersttagsbrief").

gh und etabo

Landespostdirektion Berlin und Deutsche Bundespost 1954 - 1990

Die Landespostdirektion Berlin war berechtigt, eigene Briefmarken mit Aufschrift „Deutsche Bundespost Berlin“ auszugeben. Beide Postorganisationen arbeiten sehr eng zusammen und gaben mehrere Schmuck FDCs heraus, die nicht immer eindeutig diesen beiden institutionellen Anbietern zuzuordnen waren.

1986 hersteller neu

Private Hersteller von Ersttagsbriefen

Viele Berliner Schmuck Ersttagsbriefe privater Anbieter waren (mit z.B. Ausnahmen der Firmen Sieger und Borek) durch ein Hersteller Logo eindeutig zuordenbar. Leider habe ich nur teilweise Informationen zu diesen Anbietern und deren ehemaligen Adressen bzw. Standorten. Trotzdem gibt es auch FDC Ausgaben, die keinem Hersteller zuordenbar sind.

49 amt mit rotem stempel ersttagsbrief 01 11 1949
erste karte

Ersttagsbriefe / FDCs / First Day Covers des Briefmarkensammelgebiets Berlin 1949-1990 gab es in „amtlichen“ und „privat“ heraus gegebenen grafischen Ausführungen von über 15 verschiedenen Anbietern/Herstellern in den 1960-er Jahren. Für Berlin Marken gibt es somit ca. 7.000 FDC Varianten, inklusive der Ausgaben für Zusammendrucke und Paketmarken.

Mein persönliches Sammelziel ist eine Zusammenstellung all dieser Ersttagsbrief Ausführungen.


Die Bezeichnung „amtlicher“ Ersttagsbrief bezieht sich in Berlin auf institutionelle Ausgaben bis Ende 1955. Für alle anderen illustrierten FDCs ist die Bezeichnung Schmuck Ersttagsbrief üblich.


Als private Ersttagsbriefe gelten nicht illustrierte Umschläge mit Stempelungen des Ersttagdatums. Diese FDCs sind in Berlin bei Freimarken vor 1960 interessant, da es illustrierte Ersttagsbriefe bis auf wenige Ausnahmen nur für Sondermarken gab. Ab 1956 gab es für die Berliner Stadtbilder II und Heuss Marken auch Schmuck FDC, allerdings nicht von nicht allen zu der Zeit aktiven Anbietern. 


Als bekanntes Beispiel Abbildungen eines der ersten Berliner Ersttagsbriefe mit farbig illustrierten Umschlägen bzw. Karten (Aufdruck Festpostkarte) aus dem Jahre 1949 mit ovalem Stempel „ERSTTAGSBRIEF“. Der Sonderstempel hat das Datum 1. 11.1949 und die Marken sind aus dem Markenheftchen „100 Jahre deutsche Post“.

70 71 block 1 ebay fdc adressiert an h sieger
amtlich 1949 1951

Ein begehrter Ersttagsbrief ist der Berliner Block 1 zu Gunsten der Berliner Währungsgeschädigten. Im Bild links ein an den bekannten Briefmarkenhändler Hermann Sieger adressierter Ersttagsbrief mit der laufenden Nummer 95 und Sonderstempel vom 17.12.1949.


Leider habe ich vom „ersten amtlichen Ersttagsbrief“ der 1M Freimarke #19 kein Bild oder gar diesen in meiner Sammlung. Die Angaben im Michel Katalog sind mit einem Ausgabedatum der Marke vom 6.9.1949 und der Datierung des amtlichen FDC vom 1.3.1949 widersprüchlich.


In Michel Katalogen findet man ab 1948 Angaben zu den Texten auf amtlichen Ersttagsbriefen und institutionellen Herausgebern z.B. Magistratsabteilung für Post- und Fernmeldewesen Groß-Berlin oder später Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen Berlin. Die letzte Ausgabe eines amtlichen Berliner Ersttagsbriefes war im November 1955 mit den Marken #133 und 134 (25 Jahre Bistum Berlin).


Als Beispiele Bilder für frühe amtliche Ersttagsbriefe

1949
Johann Wolfgang von Goethe # 61 - # 63 (Magistratsabteilung für Post- und Fernmeldewesen Groß-Berlin)

1950
Wiederaufbau der Philharmonie # 72 - # 73 (Magistratsabteilung für Post- und Fernmeldewesen Groß-Berlin)

1951
Albert Lortzing # 74 (Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen Berlin)

1952
Vorolympische Festtage # 88 - # 90 (Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen Berlin).

sieger

Zur weiteren Identifikation amtlicher und Schmuck FDCs habe ich einen Ersttagsbrief Katalog der Firma Sieger (Auflage 8) verwendet. Dieser enthält Abbildungen und Angaben zur Ausgabe und Stempelausführung der amtlichen FDCs sowie den seit 1956 durch die Firma Sieger herausgegebenen Schmuck FDCs bis zum Jahr 1969. Sieger lieferte darüber hinaus bis 1990 Berliner Ersttagsbriefe.

 

Somit waren die Ersttagsbriefe ab 1956 von der Landespostdirektion Berlin Berlin „nicht mehr amtlich“ herausgegeben, sondern wurden für die Sammler vermarktet. Diesem Geschäft schlossen sich ab diesem Zeitpunkt private Anbieter/Hersteller an bzw. hatten wie FIDACOS (First Day Covers) schon seit 1952 Schmuck FDCs im Angebot.

 

Kooperationen von Fidacos mit der Deutschen Post (erste FDC-Ausgaben im Jahr 1955) sowie Sieger mit dem Landesverband Berliner Philatelisten Vereine e.V. (ab 1956) beflügelten die wachsende Anzahl von Berliner Ersttagsbrief Varianten.

87 amt
87 fdc 1 1952 ebay
87 fdc u2 1952 hersteller unbekannt x

Zum 125. Todestag Ludwig van Beethoven gibt es im März 1952 (# 89) neben dem amtlichen FDC (links) auch für Berlin den ersten privaten Schmuck FDCs dessen Ausführung hier abgebildet ist (Bild Mitte). Der private Herausgeber ist M. Kalns (vgl. Abschnitt private Hersteller) aus Freilassing war damit der erste private Anbieter von Schmuck FDCs für Berlin. Seine FDCs waren mit „Ersttag! First day of issue“ beschriftet. Auch in der DDR erschien zu diesem Anlass ein Beethoven FDC, der in einzelnen Fällen nicht mit den DDR Marken # 300 & 301 sondern in der Bundesrepublik mit der Berliner Sondermarke # 87 versehen wurde (Bild rechts – leider in sehr schlechter Qualität)).

88 89 90 amt
88 89 90 fdc first day issue kalns
88 89 90 fdc ersttagsbrief first day cover u kavermann

Anlässlich der vorolympischen Festtage (amtlicher FDC Bild links)  bietet M.Kalns ebenfalls einen privaten Schmuck FDC an (Bild Mitte). Zusätzlich ein FDC unbekannter Herkunft im Bild rechts.

91 amt
98 amt
91 fid berliner senatspost
98 fid berliner senatspost

1952 / 1953 erschien die erste Serie der Männer der Geschichte Berlins in einer amtlichen (links) und privaten (rechts) FDC Ausführung. Die amtlichen Ausgaben gab es gem. Sieger FDC Katalog mit spezifischen Zeichnungen (hier am Beispiel der 25 Pf Marke unten rechts) und 1952 für die 4 Pf und 10 Pf Ausgaben mit einem Standard Ersttagsbrief Umschlag mit Aufschrift „Männer der Geschichte Berlins“. Es kann sein, dass dieser Standard FDC auch für andere Werte verwendet wurde, obwohl es individuell gestaltete amtliche FDCs dafür gab. 

Die privaten Schmuck FDCs mit Beschriftung „Sondermarke der Berliner Senatspost“ lassen sich eindeutig dem Hersteller Fidacos (First Day Covers) aus Mühlheim zuordnen. Außer der 20 Pf Marke (12.10.1952) gab es diese privaten FDCs ab dem 22.11.1952 für die 4 Pf Marke und folgende.

Fidacos FDCs gehören durch ihre  (ab 1953 # 101) eindeutige Logo Kennzeichnung zu den bekanntesten privaten Schmuck FDCs und waren bis zur letzten 1990 für Berlin herausgegebenen Marke # 879 und auch nach der Wiedervereinigung in Deutschland erhältlich.

92 amt einzelmarke
100 amt

Ergänzend Schmuck FDCs der „Männer der Geschichte Berlins – 5 Pf, 10 Pf und 40 Pf“, die sich nicht den „sehr ähnlichen amtlichen“ zuordnen lassen. Die FDCs sind mit im Gegensatz zu den amtlichen FDCs mit  „ERSTTAGSBRIEF . FIRST DAY COVER“ beschriftet, und verweisen auf eine Sonderbriefmarke und die verausgabende Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen in Berlin. Die motivgleichen 40 Pf FDCs (links unten amtlich ohne und rechts unten mit Beschriftung „ERSTTAGSBRIEF . FIRST DAY COVER“) zeigen, dass es sich um einen weiteren Hersteller / Herausgeber handeln muss, der auf seinen FDCs auf den „Ersten Ausgabetag“ verweist. Auch vom 25 Pf Wert (wie 40 Pf) gibt es solche motivgleichen Ausgaben.

103 104 105 amt x

Da es erst ab der Glockenserie III private Schmuck FDCs gab, hier (Bild rechts) der 20 Pf Wert des gerade charakterisierten unbekannten Herausgebers. Es gibt für alle Nominalwerte einen FDC in unterschiedlicher Farbe gem. Markenfarbe.  Im Vergleich dazu ein FDC, der im Sieger FDC Katalog als „amtlich“ – aber ohne Abbildung aufgeführt ist.  Die Werte 20, 30 und 40 kamen alle am 26.09.1953 heraus. Für den 10 Pf Wert wurde ein amtlichen FDC zur Ausstellung Beverba 1953 verausgabt. Für den 5 Pf Wert gibt es offenbar keinen amtlichen FDC.

103 ersttagsbrief first day cover kaverrmann
95 fdc unbekannt kaverrmann
100 amt fdc Überschrift kavermann
136 137 sig erster sieger berlin fdc in meiner sammlung
162 sig motiv wie lvb

Obwohl die Firma Sieger aus Lorsch Schmuck FDCs schon 1950 für die Bundesrepublik lieferte gab es Sieger Schmuck FDCs für Berlin „durchgängig“ erst ab 1956 (Michel # 136/137 und 138/139 Bilder oben). Vgl. dazu bitte auch den Abschnitt Hersteller.

Als „Sieger“ Erkennungsmerkmal war die Beschriftung bei diesen Briefen ERSTTAGSBRIEF / FIRST DAY COVER. Einige wenige Sieger FDCs aus der Anfangsphase hatten statt dem „/“ Querstrich auch einen Punkt als Trennung. Diese Kennzeichnung verwendete Sieger in der Bundesrepublik und in Berlin dann ab Mitte der 1960-Jahre.

Ab 1956 gab es zudem für die Berlin Sieger FDCs einen kleineren motivgleichen Umschlag, ausgegeben vom Landesverband Berliner Philatelisten Vereine e.V.
Diese FDCs waren mit 
LVB und LV und einer Ausgabenummer gekennzeichnet. Als Beispiel mein erster LVB (zuordenbare Nummer 11) FDC aus dem Jahre 1957 (# 161 Internationale Baustellung). Diese FDC waren anfangs mit LVB und später mit LV und einer fortlaufenden Nummerierung versehen. Eine zweite Motivserie von Sieger war auf weißen Umschlägen und ebenfalls etwas kleiner ausgeführt. Im Sieger FDC Katalog (siehe oben) ist nur die 1. Motivserie aufgeführt.

138 139 sig
161 lvb erster lv lvb in meiner sammlung
156 eapc kavermann

1956 erschienen für einige Schmuck FDCs des Europäischen Aero Philatelisten Clubs aus dem Saarland (vgl. Abschnitt private Hersteller), die links unten mit EAPC beschriftet waren. Als Beispiel die EAPC FDCs # 156 (Paul Lincke) und # 158 (Postillion III – Tag der Briefdmarke Oktober 1956). Beide Scans sind leider nicht komplett.

158 eapc kavermann
165 f.d.c
165 sig motiv wie lv24

Nach dem Einstieg die Firma Sieger im Jahr 1956 gab Fidacos seine FDCs bis Ende 1959 ohne das Fidacos Logo aber mit dem Beschriftungsmerkmal – F.D.C – aus. Bis Ende 1959 gab es dabei außer einer Fidacos FDC Serie der Berliner Bauten II keine Fidacos Ersttagsbriefe mit Fidacos Logo für Sondermarken. Ab 1960 verwendete Fidacos wieder das 1953 eigeführte Logo. Es gab in der Übergangszeit FDCs gleichen Motivs mit Fidacos Logo und – F.D.C. – Kennzeichnung.

Am Beispiel der Serie 1957 Männer aus der Geschichte Berlins gibt es keinen FDC mit Fidacos Logo. Links oben der FDC mit der – F.D.C – Kennzeichnung (Kennzeichnung rechts neben dem Turm des Schöneberger Rathauses). 

Rechts daneben der FDC Einstieg des privaten Herstellers Hakle mit 4 Ausgaben (7 Pf, 10 Pf, 20 Pf und 40 Pf) . Als Beispiele die FDCs 7 Pf und 10 Pf mit Hinweis auf Edition Kleisz Vaihingen/Enz. Hakle FDCs ließen sich vor Einführung eines Hakle Logos 1967 durch eine sehr klein angedruckte Beschriftung ERSTTAGSBRIEF – FIRST – DAY – COVER identifizieren. 

In der unteren Bildreihe links ein Sieger FDC und rechts der 1erste Schmuck FDC (Ernst Reuter) des Herstellers Folioprint, dessen Name erst 1968 durch seine auffälligen FDCs mit aufgeklebtem Foto bekannt wurde. Die Beschriftung der Folioprint FDCs war anfangs nur als Ersttagsbrief – First Day Cover ausgeführt und ab 1959 immer mit einem Foto versehen.

165 hak
165 sig motiv 2 umschlag weiß
190 landespostdirektion klassisches design mit gelblichem großen umschlag
190 landespostdirektion fdc mit auflagenhinweis

Die Landespostdirektion Berlin war seit 1954 (# 117 Ottmar Mergenthaler) bis Ende 1956 Herausgeber der amtlichen Ersttagsbriefe und setzte danach die Lieferung ihrer großformatigen FDCs bis Ende der 1950-er Jahre fortDieses eher „unhandliche“ und nicht mehr moderne Briefformat erschien letztmalig 1963 zur Ausgabe der 3 Pf. Ergänzungsmarke der Berliner Bauten (# 231).

 

FDCs mit Fotoabbildung bzw. später mit einer Grafik lassen sich dem Hersteller Folioprint zuordnen. Diese FDCs mit Foto (Ersttagsbrief – First Day Cover) und ab 1964 auch mit farbigen Grafiken bei Wohlfahrtsmarken gab es zeitgleich auch in der Bundesrepublik (in der BRD bereits 1959). Es wurde über verschiedene Varianten bis 1989 fortgeführt. Vgl. Hersteller Folioprint.

 

Im Jahr 1959 erschienen erstmals Ersttagsbriefe der Firma Keller mit Angaben zum Ausgabetag, Markenauflage und Entwurf. Die ersten Keller FDCs (# 159 Schiller, # 160 Koch und #161 Schreiber waren in „lateinischer“ Schrift ausgeführt und wurden ab # 193-196 (Ferienplätze für Berliner Kinder) mit Beschriftung ERSTTAGSBRIEF ◊ FDC (◊ = Raute) weitergeführt. Ab 1969 mit einem charakteristische Keller Logo (Briefumschlag mit Keller), vgl. Abschnitt Hersteller Keller. 

190 landespostdirektion mit foto
193 194 195 196 lpd mit auflage

1948 Erster amtlicher Ersttagsbrief der 1 M Freimarke # 17 mit schwarzem Berlin Aufdruck, der jedoch im Sieger Katalog nicht als Ersttagsbrief gewertet wird, weil der Stempel 01.03.1949 kein Ersttagsstempel (06.09.1948) ist. Es ist nach Sieger ein „Erstfahrtsbrief“ der 6 Monate vor dem offiziellen Ausgabedatum der Marke #17 als amtlicher FDC ausgegeben wurde. 

1949 Farbig Illustrierte Umschläge- / Karten & Ersttagssonderstempel 100 Jahre Deutsche Briefmarke.

1948 Amtliche Ersttagsbriefe bis Ende 1955 für Sondermarken, nicht für Freimarken.

1952 Zum 125 Todestag Ludwig van Beethovens gibt es neben einem amtlichen FDC auch einen privaten Schuck FDCs von M. Kalns aus Freilassing, der bis Mitte der 1950-er seine FDCs verausgabte.

1952/53 Schmuck FDC Serie für Männer aus der Geschichte Berlins mit Aufschrift „Sondermarke der Berliner Senatspost“. Dieser private Anbieter war von der Firma Fidacos aus Mühlheim.

1953 Glocken FDCs mit Fidacos Herstellerlogo welches bis 1990 verwendet und in der Zeit nach Wiedervereinigung verwendet wurde. 

1956 FDC Schmuck Ersttagsbriefe des Europäischen Aero Philatelisten Clubs mit Aufdruck EAPC bis Anfang 1957.

1956 FDCs der Firma SIEGER mit Aufschrift ERSTTAGSBRIEF / FIRST DAY COVER mit 2 Motiv Serien.

1956 LVB und LV (Landesverband Berliner Philatelisten Vereine e.V.) FDC Ausgaben mit gleichem Motiv wie SIEGER FDC Motivserie 1.

1957 FDCs von Fidacos erscheinen bis Mitte 1959 mit einem  – F.D.C. – Logo ohne das 1953 eingeführte Fidacos Logo.  

1957 Männer der Geschichte Berlins erscheinen in bis zu 6 FDC  Varianten: Sieger (2 Motiv Serien Serien), LV-LVB / (Fidacos) – F.D.C –  , Hakle und Folioprint

1958 Katholikentag # 179 – # 180 mit anlassbezogenen Ersttagsbriefen ohne Bezeichnung „Ersttagsbrief“ oder „FDC“. 

1959 Folioprint Schmuck-FDC mit Fotoabbildung 

1959 Keller FDCs mit mit Angaben zu Entwurf & Auflage

 

191 fid gleiches motiv wie f.d.c
191 f.d.c. gleiches motiv wie fidacos

In den1960-er Jahren erreichte die Anzahl der Hersteller für Schmuck FDCs ihren Höhepunkt. Der neben der Firma Sieger führenden Anbieter Fidacos lieferte seine FDCs wieder mit dem Fidacos Logo (erstmals 1960 bei den Robert Koch FDCs erkennbar, die Motiv- und zeitgleich mit – F.D.C – und dem Fidacos Logo (Bild oben links). erschienen. 

Das Bild rechts unten zeigt einen der ersten FDCs der Firma Borek. Die Beschriftung war mit FDC (in großen Buchstaben) plus Ersttagsbrief First DayCover.  Die Bedeutung der Beschriftung „ES-EM-Ed“ rechts unten ist unklar und kam auf sehr wenigen Borek FDCs mit unterschiedlichen Abkürzungen vor. 

1960 erschienen die in Folgejahren sehr aufwendig graphisch gestalteten Schmuck FDCs des Verlags Erich Braun aus Berlin-Tempelhof (Bild rechts). Die EB Ausgaben sind bei Sammlern begehrt. An dieser Stelle sei erwähnt, das EB in den Jahren auch 1960 – 1974 auch private ETB Ersttagsblätter herausgab, die von der Landespostdirektion am 7. Mai 1954 einstellt und für Berlin erst 1975 weitergeführt wurden. Ein weiterer Herausgeber privater ETBs Berlin war die Firma Taeschner mit Sitz in Berlin und Bayern.

191 eb nicht aus meiner sammlung
191 es em ed deutsche bundespost berlin
www schöder luise

Zum Stand der verschiedenen Ersttagsbrief Ausführungen im Jahr 1961 als Beispiel die Sondermarke # 198 zum Todestag von Luise Schröder.
3 Bild Reihen von links oben bis rechts unten:

  • Sieger Motiv 1
  • Sieger Motiv 2
  • (LV Nr. 36 hier ohne Abbildung da wie Sieger Motiv 1)
  • Borek ????
  • Landespostdirektion klassisch
  • Folioprint mit Farbfoto
  • Keller mit Auflage & Entwurf
  • Fidacos
  • Hakle                             
  • Erich Braun
www berühmte deutsche

Bei den Freimarken bedeutender Deutscher # 199 – # 213 gibt es eine Ausgabe der Landespostdirektion (im klassischen Großformat Layout) und keine LV FDCs (LV verausgabte nur Sondermarken). Rechts ein Beispiel meiner Sammlung mit einem nicht direkt zuordenbaren Einzel-FDC.

Bei den Ausgaben zum evangelischen Kirchentag # 215 – # 216 ist die Anzahl durch lokale FDCs mit aktuell 17 Stück in meiner Sammlung sehr hoch. Auch bei Marken anlässlich der Berliner Funkausstellungen gab mehr FDC Varianten als bei den Sondermarken.

FDCs mit PreBon Logo 1962-1964

Ersttagsbriefe mit PreBon Logo erscheinen erstmals 1962 in der Markenserie Alt-Berlin und beziehen sich in meiner Sammlung bei Marke # 220 auf "die Berliner Post", bei # 222 & 224 auf die "Landespostdirektion Berlin" und bei # 227 auf keine dieser "Institutionen".
www prebon
231 prebon ggf.landespostdirektion
236 prebon

Bei Marken der Jahrgänge 1962 kann man sie dem bekannten Philatelie Händler Borek zuordnen. Das PreBon Logo taucht bis 1967 nur noch vereinzelt bei den Marken Neues Berlin 15 Pf (# 255), Brandenburger Tor 100 Pf (# 290)  und der Bautenserie II – 30 Pf rot und 60 Pf (Bild rechts (#275, 278) auf.

www g&h

Interessant und bis Mitte der 1980-er Jahre nachhaltig waren ab 1962 die Ersttagsbriefe des Anbieters Hermann Gripp aus Hamburg, der mit einem eindeutigen G&H Logo und ab 1963 (bis 1985/86) mit gleicher Beschriftung  wie Sieger ERSTTAGSBRIEFE / FIRST DAY COVER (Querstrich Trennung) erschienen. Sieger wechselte zu diesem Zeitpunkt für seine Berliner FDCs auf ERSTTAGSBRIEFE . FIRST DAY COVER (Punkt Trennung). Linkes Bild ein erster FDC 1962 mit G & H Logo sowie der G & H Weihnachtsmarken FDC 1969 (rechtes Bild). Der Letzte G&H FDC in meiner Sammlung ist von 1987 #786 (Internationaler Botanischer Kongress Berlin)

www ersttagsbrief

1962 erscheint eine weitere neu gestaltete FDC Serie (Alt Berlin) mit der Bezeichnung ERSTTAGSBRIEF (ohne FDC oder First Day Cover) ohne Herstellerinfo. Diese „Ersttagsbrief“ Serie erscheint durchgehend bis zum Jahr 1990, wobei die Druckqualität, die Beschriftungsfonts und Designausführungen über die Jahren variiert.

www dornröschen 1964

1964 erscheint der erste Berliner Briefmarkensatz zu Grimms Märchen (# 237-240 Dornröschen) und dazu auch der erste Berliner Ersttagsbrief der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (Bild links). In der Bundesrepublik wurden die ersten Märchenmarken der Gebrüder Grimm schon ab 1959 jährlich ausgegeben. An dieser Stelle ein weiteres Beispiel zur Ausführung der im letzten Absatz eingeführten „Ersttagsbrief“ Serie, die ich der Deutschen Bundespost zuordnen möchte. Bei motivgleichen Marken (für Berlin und BRD) gab es für beide Postgebiete häufig ähnliche Schmuck FDC Motive der Anbieter. Es gab vereinzelt Berliner Marken auf einem Bundesdeutschen FDC Motiv mit Berlin Stempel und umgekehrt.

299 300 hak m1 mit logo
299 300 301 302 lpd 2 streifen

1967 erschienen Hakle Ersttagsbriefe mit einem eindeutigen Logo (Bild links). Vorher konnte man Hakle an der Art der grafischen Darstellung (manchmal war wie auch im Beispielbild ein W. in der Zeichnung versteckt) und die sehr klein angedruckte Bezeichung ERSTAGSBRIEF . FIRST . DAY . COVER erkennen.

Im gleichen Jahr veröffentlicht die Landespostdirektion Berlin ein neues Layout ihrer FDCs mit 2 horizontalen, farbigen Streifen. Diese FDCs lösen die FDCs mit der Kennzeichnung ERSTTAGSBRIEF ◊ FDC (◊ = Raute) und Hinweis auf die Landespostdirektion Berlin ab.

322 324 fop m1
434 folioprint neues logo

Ende 1968 gab es besondere Schmuck Ersttagsbriefe unter dem Namen Folioprint bei denen farbige Fotos mit Bildern oder Grafiken auf den Umschlag aufgeklebt wurden. Diese FDCs lösten die „Ersttagsbriefe mit Foto oder Grafik“ der Deutschen Bundespost ab.  FDCs mit dem Folioprint Logo gab es bis 1972 # 426 (E.T.A. Hofmann), das neue Logo Layout ab # 434 (Max Liebermann) bis 1981 (# 648 Preußen Ausstellung).

 

338 339 340 341 block 2 kel
299 300 301 302 lpd 2 streifen

Ab 1969 bis 1990 gab es Keller Ersttagsbriefe, die mit einem Briefkuvert Logo sind eindeutig identifizierbar waren. Als Beispiel hier der großformatige Berliner Zoo Block als einer der ersten auf den Markt erschienenen Kellers FDCs im Jahr 1969. Interessanterweise entsprach die Beschriftung ERSTTAGSBRIEF – F.D.C. den bis zum dem Zeitpunkt von der Landespostdirektion Berlin ausgegebenen Ersttagsbriefen, die seit 1959 (von mir bezeichnet als Rauten FDC mit Hinweis auf Entwurf Auflage)  mit leichten Layoutvarianten und Hinweis auf die Landespostdirektion bis 1969 regelmäßig erschienen.

 

324 325 fdc eventuell heinrich ahlers m1
326 327 328 329 fdc ahlers

Die Puppenserie(#322-325) gibt es Ende 1968 mit einem Ahornblatt Logo und der Inschrift FDC. Ab 1969 verwendet Ahlers ein sehr schwer zu erkennendes bzw. zu schwer zu lesenden kleines Logo (# 326-329 Jugendmarken Pferde) welches das Ahornblatt mit der Beschriftung FDC enthält.  Die FDCs von Heinrich Ahlers erscheinen mit diesem Logo bis 1974 (# 465 Robert Kirchhoff).

1960 Fidacos Ersttagsbriefe erscheinen wieder mit dem Fidacos Logo nach einem Zeitraum von 1956 – 1959 mit – F.D.C. – Logo.

1960 E-B Erich Braun Verlag mit sehr schön gestalteten Ersttagsbriefen, häufig im Großformat und mit farbigen Zeichnungen bis 1975.

1961 Luise Schröder # 198 in 10 verschiedenen FDC Ausführungen:

Sieger (2 Motive) / LV / Fidacos / LPD klassisch / Keller mit Auflage & Entwurf / FDC mit Foto / Borek / Hakle / E-B.

1962 G&H Ersttagsbriefe mit Berliner Bär & Krone (erstmals bei Serie Alt-Berlin #218 – # 229)

1962 FDCs mit PreBon Logo plus neuem Ersttagsbrief Layout (Alt-Berlin). PreBon Logo FDCs – lückenhaft – etwa bis 1970.

1963 ERSTTAGSBRIEF ohne Bezeichnung FDC oder First Day Cover, keine Herstellerinfo. Wahrscheinlich eine FDC Ausgabe der Deutschen Bundespost. Diesen FDC Typ gab es durchgehend bis 1990.

1964 Erster „offizieller“ Ersttagsbrief der freien Wohlfahrtspflege für die Markenserie der Gebrüder Grimm Dornröschen.

1967 Ersttagsbriefe von Helmut Ahlers mit charkteristischem Logo

1967 Hakle versieht seine Ersttagsbriefen mit einem Logo.

1967 Layoutwechsel bei der Landespostdirektion Berlin zu Schmuck Ersttagsbriefen mit 2 farbigen horizontalen Streifen.

1969 Folioprint Ersttagsbriefe mit aufgeklebten Fotopapier Bildern.

1969 Ersttagsbriefe Borek erscheinen mit einem schlecht lesbaren kleinen FDC Logo.

In den 1970-er Jahren reduziert sich die Anzahl von FDCs Varianten. Vom Hersteller Hofmann gibt es nur 1970 nur vereinzelte FDCs. 

Das FDC Layout von Helmut Ahlers erscheint 1974 ab # 466 (25. Jahrestag der Beendigung der Berliner Luftbrücke) ohne das von Ahlers verwendete FDC Logo. Das von Ahlers verwendete FDC Design wurde so 6 Jahre weitergeführt und ab 1982 mit dem Etabo Logo ausgeliefert. In diesem Zeitraum gab es gewisse Überschneidungen bzw. Gemeinsamkeiten bei Motiven, Layout, FDC Beschriftungen sowie Druck und Briefqualitäten zwischen Hermann Ahlers,  Hermann Gripp G&H und Etabo. (vgl. dazu auch das Kapitel Hersteller Hermann Ahlers,  Hermann Gripp G&H und Etabo).

 

1981 übernimmt Fidacos das Folioprint FDC Format anlässlich der Funkausstellung Berlin ab Marke # 649 für alle Fidacos FDCs mit dem FDC Titel „Colour de Luxe“ und dem Fidacos Logo. Fidacos liefert diese FDCs bis 1990.

1970 HOFMANN Ersttagsbriefe mit nur sehr wenige Ausgaben und Hofmann Logo

1974 Letzter FDC von Heinrich Ahlers mit seinem Logo

1974 Das „FDC Ersttagsbrief Format“ von Heinrich Ahlers wird bis 1981 ohne sein Logo weitergeführt. Es gibt Gemeinsamkeiten mit G&H

1978 SIEGER Künstler Ersttagsbriefe bis 1990 mit Markenbeschreibung auf der Rückseite.

1982 Ausgabe des „FDC Ersttagsbriefformats“ von Helmut Ahlers mit ETABO Logo bis Ende 1990

1985 Letzter Ersttagsbrief von G &H, danach Ersttagsbriefe Berlin nur noch von Fidacos (seit 1953), Sieger (seit 1956), Keller (seit 1969), Etabo (ab 1982) und der Deutsche Bundespost (mit Beschriftung „Ersttagsbrief“ ohne Zusatz seit 1962)

Die Landespostdirektion Berlin war seit 1. April 1954 die eigenständige Post- und Fernmeldeverwaltung für West-Berlin. Sie gehörte mit einer eigenen Verwaltung nicht zur Deutschen Bundespost mit Sitz in Bonn. Beide Postorganisationen arbeiten aber sehr eng zusammen.

Die Landespostdirektion war berechtigt, eigene Briefmarken herauszugeben, die die Aufschrift „Deutsche Bundespost Berlin“ trugen. Die letzte von der Landespostdirektion Berlin herausgegebene Berliner Briefmarke war am 27. September 1990 (# 879 Adolf Diesterweg). Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die Aufgaben, das Personal und das Vermögen der Landespostdirektion in die Strukturen der Deutschen Bundespost (und später in die Deutsche Post AG/Telekom) übernommen.

117 amt
231 lpd m5 großbrief

Im Namen der Landpostdirektion Berlin wurden von 1954 (#117 Ottmar Mergenthaler) bis Ende 1955 (#132-133 25 Jahre Bistum Berlin) die amtlichen Berliner Ersttagsbriefe ausgegeben. Danach verausgabte die Sie Schmuck-Ersttagsbriefe und führte bis Ende der 1950-er Jahre das klassische, großformatige Briefdesign der amtlichen FDCs weiter. Die letzte Ausgabe dieses Formats ist in meiner Sammlung die 3 Pf. Ergänzungsmarke der Berliner Bauten aus dem Jahr 1963.

Im Wettbewerb mit den auf den Markt drängenden privaten Anbietern erweiterte 1959 die Landpostdirektion – in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundespost – ihr Angebot an Ersttagsbriefen. Vergleiche dazu das Ende des Abschnitts 1949-1959. Im folgenden werden die verschiedenen Ersttagsbriefe der Landespostdirektion und deutschen Bundespost genauer beschrieben als in den vorangegangenen Übersichtskapiteln. 

Deutsche Bundespost Berlin 1956 - 1961

Die - wie von der Landespostdirektion Berlin - als „institutionelle Ersttagsbriefe“ wahrgenommenen Schmuck-FDCs der Deutschen Bundespost Berlin gab es erstmals im Jahr 1956 (Postillion II # 158) und von 1957 bis Anfang 1961 mit einem charakteristischen - F.D.C - Logo. Diese FDCs erschienen mit gleichem Logo auch in der Bundesrepublik und dem Saarland.

158 f.d.c ohne logo
159 f.d.c farbe 1

Als Beispiel die Marken # 158 Postillion II  und # 159 Spandau.  Die Ausgaben ab 1957 erfolgten in diesem Zeitraum augenscheinlich in Zusammenarbeit mit FIDACOS, die zunächst ab # 128 (Wilhelm Furtwängler) einen Hinweis auf die Deutsche Bundespost Berlin aufdruckten und von 1957-1959 keine eigenen FDCs auslieferten. Das galt im gleichen Zeitraum auch für die Bundesrepublik.

Ab von Mitte 1961 (#198 Luise Schröder und Bedeutende Deutsche sowie die Sondermarken Marken # 215 bis 217) verausgabte die Deutsche Bundespost Berlin mit eindeutigem Hinweis auf die Deutsche Bundespost Berlin. Dabei ist wichtig zu wissen, dass auch private Anbieter in ihren FDC Texten häufig auf Briefmarkenausgaben der Deutsche Bundespost oder Landespostdirektion verwiesen.

Ab 1962 wurde es „schwierig“ die FDCs der Deutschen Bundespost eindeutig zu identifizieren. Es gab Überschneidungen mit dem PreBon Logo (i.d.R. Landespostdirektion) und  Ausgaben gleichen Markenmotivs der Landespostdirektion und Deutschen Post, die auch in der BRD verausgabt wurden.

Die im folgenden beschriebenen Ersttagsbrief-Serien „mit Foto bzw. Grafik“, „Ersttagsbrief“ sowie „mit Markenbeschreibung“ kann man grundsätzlich der Deutschen Bundespost zuordnen, da die Landespostdirektion daneben „eigene“ und gut gekennzeichnete Formate ausgegeben hat und die deutsche Bundespost ihre FDC Serien auch in der Bundesrepublik verausgabte.

1962 erschienen die Schmuck FDCs bei der Markenserie Alt Berlin schön und schlicht gestaltete FDCs mit der Beschriftung „Ersttagsbrief“ ohne den Zusatz FDC oder First Day Cover. Es gab sie auch für die Freimarken Serien, das neue Berlin, Bauwerke I und II sowie Heinemann und alle Marken bis 1990. 

Von 1968 bis 1981 wurden diese FDCs durch Ersttagsbriefe mit dem Logo FOLIOPRINT abgelöst. Vergleiche dazu auch FOLIOPRINT im Abschnitt Hersteller. Danach gab es sie wieder mit der Beschriftung „Ersttagsbrief“ + „Foto“ bis zur Wiedervereinigung. Das bedeutete die Zusammenführung dieser zwei FDC von 1981 bis 1990. Ich habe sie ab 1981 der im folgenden beschriebenen und seit 1962 ununterbrochen herausgegebene FDC-Serie „Ersttagsbrief“ zugeordnet. Der Hersteller /Herausgeber ist mir aktuell nicht bekannt.

www ersttagsbrief 1
www ersttagsbrief 2

Diese Beispiele zeigen 8 unterschiedliche grafische Ausführungen und Beschriftungen dieser Ersttagsbriefe von 1962 (Alt-Berlin) bis 1965 (Neu-Berlin).

221 ersttagsbrief unbekannt
879 ersttagsbrief

Seit 1962 wird die FDC-Serie "Ersttagsbrief" bis 1990 mit der letzten Sondermarke # 879 Adolf Diesterweg geliefert. Sein Geburtstag und Ausgabetag im Michel Katalog war am 27. September. Warum auf dem FDC der Ausgabetag mit 11.10.1990  aufgedruckt ist kann ich nicht erklären.

FDCs mit PreBon Logo 1962-1964

Ersttagsbriefe mit PreBon Logo erscheinen erstmals 1962 in der Markenserie Alt-Berlin und beziehen sich in meiner Sammlung bei Marke # 220 auf "die Berliner Post", bei # 222 & 224 auf die "Landespostdirektion Berlin" und bei # 227 auf keine dieser "Institutionen".
231 prebon ggf.landespostdirektion
236 prebon

Das Beispiel der 3 Pf. Ergänzungsmarke # 231 1963 die # 236 "Reichstagsmarke" 1964 mit dem Hinweis auf die Sonderserie Landeshauptstädte, die in der Bundesrepublik mit einer Serie von 12 Marken verausgabt wurde.

FDC-Serie „mit Markenbeschreibung“ – 1964 - 1971

Diese FDCs mit teilweise vertikaler Schriftführung enthielten links unten eine kurze Information zu den verausgabten Marken. Anfangs noch mit unsystematischen Hinweisen (abhängig vom Ausgabedatum) auf die Landespostdirektion und/oder nur die Bundespost Berlin. In Folge schrittweise ohne diesen Hinweis und teilweise gemeinsame FDC Ausgaben für Berlin und BRD mit Ausgabeort Bonn/Berlin bzw. nur Berlin sowie das Ausgabedatum.

246 fdc mit beschreibung
385 fdc mit beschreibung

Bei Durchsicht meiner Sammlung erschien diese Ersttagsbrief-Serie erstmals 1964 für die Bauwerke I. Mein aktuell "letzter" FDC dieser Serie ist # 385 (100 Jahre Reichsgründung) im Januar 1971. 

Landespostdirektion – Zwei horizontale farbige Streifen 1969 – 1981

Seit den Jugendmarken 1969 (# 326-329 Pferde) gab die Landespostdirektion eine über viele Jahre bis 1981 eine durch 2 farbige horizontale Streifen gekennzeichnete Ersttagsbrief Serie heraus. Diese FDCs waren immer mit „Sondermarke der Landespostdirektion Berlin“ beschriftet und somit sehr gut erkennbar und dem Herausgeber zuordenbar.

342 343 344 345 ldp 2streifen
640 lpd 2streifen

Als Beispiele für das sehr konsequent eingehaltene Layout ein früher und später FDC aus den Jahren 1969 (IPTT Kongress) und 1981 (# 640 Schinkel) .

M. Kalns aus Freilassing 1952 - 1956

M. Kalns aus Freilassing lieferte schon früh private Schmuck FDCs für die Bundesrepublik (u.a. Posthorn) bis Ende 1956. Er war der erste Hersteller eines privaten Schmuck FDCs für Berlin mit der Beethovenausgabe # 87 im März 1952 und den vorolympischen Festtagen (# 88-89-90) im Juni 1952 (vgl. Abschnitt 1949-1959). Es ist nicht bekannt wie lange er FDCs für Berlin produzierte. Als Beispiele Kalms FDCs mit der Aufschrift ERSTTAG ! FIRST DAY OF ISSUE (in Groß- oder Kleinbuchstaben) für die Marken # 95 (Adolph von Menzel) und # 101 (Glocke III Mitte 5 Pf) mit der Postadresse von M. Kalns. Diese FDC hatten eine geringe Auflage und sind bei Sammlern begehrt und schwer zu bekommen.

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101 fdc first day of issue m.kalns x

Fidacos 1952 - 1990

Die Firma Fidacos hatte Ihren Sitz in Mühlheim, der Firmengründer war Paul-Heinz Mädler. der 1952 den FIDACOS Ersttags Briefdienst gründete. Die ersten Berliner Fidacos FDCs gab es im gleichen Jahr für die Männer der Geschichte Berlins (vgl. Abschnitt 1949-1959). Das Fidacos Logo wurde 1953 eingeführt und blieb über die Jahre unverändert. Für die Berliner Marken # 87, # 88-90, # 97, # 113, # 116, und # 122 sind keine Fidacos Schmuck FDC Ausgaben bekannt. Im Zeitraum 1957-1959 gibt es (auch in der Bundesrepublik) keine FDCs mit Fidacos Logo sondern mit einem - F.D.C. - Logo. 1960 (ab Sondermarke Robert Koch) gab es wieder mit dem Fidacos Logo gekennzeichnete Ersttagsbriefe. Das Motiv war in jenem Jahr identisch zu den Ersttagsbriefen mit - F.D.C. - Logo, welches bis 1961 (einschließlich Sondermarke Hans Böckler) erschien.
Bei der Serie Alt-Berlin gab es 1962 Fidacos FDCs Varianten mit vergoldeter Schrift.

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316 317 318 319 fid m1

Als Beispiel 2 Fidacos FDCs der Jugendmarken 1968 mit Wildkatze / Dachs und Fischotter / Biber. Fidacos gab in den Folgejahren für eine Marke auch mehrere FDC Motive heraus. Die Berliner FDCs hatten ein Berliner Bär Logo. Auch gab es – im Gegensatz zu einigen anderen Herstellern – Fidacos FDCs für alle Freimarken. Auch bei Markensätzen oder zwei zusammengehöriger Sondermarken, hat Fidacos i.d.R. durchgängig separate Motive für jede Einzelmarke angeboten. Zusätzlich gab es die eine oder andere Farbvariante. Die Angaben zu Auflagenhöhen liegen in meiner Sammlung mit teilweise über 50.000 Stück pro FDC sehr hoch und deutlich über den Auflagen anderer Anbieter.

649 fid
869 fidacos motiv 869

Im Jahr 1981 wechselte Fidacos anlässlich der Internationalen Funkausstellung Berlin (# 649) sein FDC Layout komplett auf sogenannte Colour de Luxe FDC. Zum gleichen Zeitpunkt stellte Folioprint seine Colour/Farbbild FDCs ein (vgl. im Abschnitt Hersteller Folioprint). Als weiteres Beispiel ein 1990-er Fidacos FDC #869, bei dem es für jede Max & Moritz Marke ein eigenes Motiv gab.

Hinweis: In der Bundesrepublik gab es den ersten Fidacos Schmuck FDC (noch ohne Hinweis auf Fidacos) für die Mona Lisa Marke # 148 im April 1952.

Sieger 1956 – 1990

Die Firma Sieger hatte ihren Firmensitz in Lorsch. Nach über 100 Jahren Firmengeschichte erfolgte 2024 eine Übernahme durch die Firma Borek. 

117 sig erste sieger fdc ausgabe berlin esst hachtel x
117 amt

Den ersten Sieger Ersttagsbrief mit Grafik gab es für Berlin im Jahre 1954 (#117 Ottmar Mergenthaler, Bild links). Dieser ist im Sieger FDC Katalog - neben dem von der Landespostdirektion herausgegebenen amtlichen Ersttagsbrief (Bild rechts) mit dem Sonderstempel Hachtal (Geburtshaus von Mergenthaler) aufgeführt.


Sieger beschriftete seine Berliner FDCs ab 1956 mit ERSTAGSBRIEF / FIRST DAY COVER. Die Berlin FDCs wurden mit dabei einem Schrägstrich – statt einem Punkt bei den Sieger Ausgaben der Bundesrepublik - ausgegeben. Sieger verwendete zu keinem Zeitpunkt ein eigenes Logo, deshalb ist der Beschriftungstext ein wichtiges Erkennungsmerkmal.


Sieger bot ab 1956 zwei unterschiedliche Motivserien an. Die Erste Motiv wurde motivgleich für den Landesverband Berliner Philatelisten Vereine e.V. mit Beschriftungshinweis LVB oder LV ausgegeben. Die LVB (später LV) FDCs waren immer etwas kleinformatiger und anfangs auf braun-gelblichen Umschlägen (vgl. dazu Abschnitt 1949 bis 1959). Diese Zusammenarbeit mit „Motivgleichheit“ gab es bis Ende 1961. Die letzte gemeinsame Motivausgabe hatte die Nummer LV39.


Die zweite Motivserie gab es auf weißen Umschlägen in einem etwas kleineren Format anscheinend bis 1963. Danach gab Sieger nur noch eine FDC Serie heraus. Sie waren ab Michel # 236 (Reichstag Berlin) mit der in der Bundesrepublik üblichen Beschriftung ERSTTAGSBRIEF . FIRST DAY COVER (Trennung durch einen Punkt) und der Aufschrift Berlin beschriftet.

569 sig
569 sig rückseite beschritet

1978 wechselte Sieger sein FDC Layout ab #569 (Albrecht von Graefe - Vorder- und Rückseite) zu den sogenannten Künstler Ersttagsbriefen, die in ihrer Art und Sammlungspräsentation sehr ansprechend und aufwendig waren. Die Ersttagsbriefe hatten auf der Rückseite eine kurze Markenbeschreibung und wurden ab 1981 bis 1990 in Sieger Din A4 Sammelblättern mit postfrischen und gestempelten Einzelmarken angeboten.

EAPC - Europäischer Aero Philatelisten Club 1956 und 1957


Der Europäische Philatelisten Club hatte seinen Ursprung 1955 im Saarland und gab FDCs für das Saarland und die Bundesrepublik aus. Die Schmuck FDCs waren links unten mit EAPC beschriftet. Für Berlin gab es anscheinend nur wenige Ausgaben, im Wesentlichen 1956 bis Anfang 1957. Auch diese FDCs der Anfangsjahre sind selten und bei Sammlern begehrt. Als Beispiel die Ausgaben # 155 (Berlinhilfe für die Hochwassergeschädigten) und der anscheinend letzte Berliner EAPC FDC # 159 (725 Jahre Spandau). Beide Scans sind leider nicht komplett.

155 eapc kavermann
159 eapc

Landesverband der Berliner Philatelisten 1957 1974

Der Landesverband der Berliner Philatelisten Vereine kennzeichnete seine Ersttagsbriefe mit LVB und LV. Die Drucklegung erfolgte in Kooperation mit der Firma Sieger (siehe oben). Die Briefformate waren etwas kleiner. Die anfangs mit LVB und später mit LV gekennzeichneten Briefe erhielten eine mit dem Erscheinungsdatum aufsteigende Nummerierung.


Grundsätzlich gibt es seit 1956 LVB/LV Ersttagsbriefe ab Michel # 136/137 (Deutscher Bundesrat in Berlin), wobei es nach Informationen aus Sammlerkreisen bei den ersten Ausgaben einige wenige Lücken gibt. Der letzte LV Ersttagsbrief mit der Nummer 154 war die Weihnachtsmarke # 481 Ende 1974. In einem Gespräch mit einem erfahrenen Sammler ergaben sich für die ersten 9 LVB/LV Ausgaben ab 1956 folgende Nummerierungen

1=#136/137, 2=#138/139, 3=??, 4=#155, 5=#156, 6=#157. 7= #158, 8=gibt es nicht, 9=#160&162 von  denen er die Ausgaben 5, 6, 7 und 9 besitzt.

170 lvb ohne nummerierung
477 lv152

Mein frühester mit LVB gekennzeichneter FDCs (ohne Nummerierung aber logische Zuordnung der Nummer 10) ist die Michel # 160 (Friedrich Karl von Savigny) mit motivgleicher Sieger FDC Ausgabe. LV 152 (1974 #477 Eröffnung Flughafen Tegel) ist mein aktuell "neuester" LV Ersttagsbrief.

Hakle 1958 – 1972

Hakle Erstagsbriefe enthalten einfache aber auffällige Zeichnungen sowie eine Kennzeichnung in sehr kleiner Schrift ERSTTAGSBRIEF . FIRST . DAY . COVER mit Punkt Trennungen. Vier frühe Hakle FDCs gab es 1958 für die 7, 10, 20 und 40 Pf. Werte der Männer aus der Geschichte Berlins (vgl. Kapitel 1949-1959). 

185 186 hak
299 300 hak m1 mit logo

Bei den Heuss FDCs benutzt Hakle 1959 eine grafische Punkttechnik für einfarbige gerasterte Flächen, die auch in späteren Hakle FDCs Verwendung finden. Den ersten FDC mit Hakle Logo gab es erst 1967 (# 299-302 Jugendmarken). Auch dieser zeigt in der linken "grünen" Ecke ein W. des Designers (dessen Namen ich nicht kenne) welches in einigen Hakle Zeichnungen in den Jahren davor versteckt war. Die Hakle Serie Alt Berlin enthält erstmals solche Zeichnungen. Hakle lieferte seine Ersttagsbriefe bis 1972.

Eine gewisse Besonderheit stellt die Tatsache dar, das Hakle ab ca. 1971 (# 391) das Logo mit HAKLES statt HAKLE andruckte.

Folioprint 1958 - 1981

Die ersten frühen Folioprint Schmuck FDCs aus dem Jahren 1958 und 1959 (Männer aus der Geschichte Berlins -  Werte 7 Pf, 10 Pf, 20 Pf und 40 Pf)  sind schwer zu identifizieren, da sie nicht alle (wie z.B. # 171 - Alexander von Humbold)  eine Grafik als typisches Erkennungsmerkmal enthielten. Sie waren i.d.R. mit Ersttagsbrief - First Day Cover beschriftet. Als Beispiel dazu  # 187 (Rathaus Neuköln) der Städteserie.  

171 folioprint
187 folioprint

Ab 1959 erscheinen Folioprint immer mit einer Grafik oder einem Foto, jedoch noch ohne Hinweis auf den Hersteller.  Hier 6 unterschiedliche grafische Ausführungen und Beschriftungen dieser Ersttagsbriefe von 1959 (Schiller) bis 1966 (Jugendmarken). Die FDC Beschriftungen wurden 1961 - 1962 als Ersttagsbrief . First Day Cover (Trennung durch einen Punkt statt Querstrich) und ab 1963 nur noch mit Ersttagsbrief ausgeführt.  

www mit bild 1
www mit bild 2

Ende 1968 erscheinen die Folioprint FDCs mit aufgeklebten Abbildungen aus farbigem Fotopapier (vgl. Kapitel 1960-1969) und Hersteller. Diese FDCs waren m.E. nicht besonders schön, aber durch die Machart unverwechselbar - vermeidlich innovativ - häufig mit sehr dunklen Fotos. Es gab sie auch für die Freimarkenserien Heinemann 1970, Unfallverhütung 1971, Industrie und Technik 1976 sowie Burgen und Schlösser 1977. 

Als Beispiel zwei Folioprint FDC Ausführungen des Weihnachtsmarkenblocks Nr. 6 Berlin, augenscheinlich mit zwei ähnlichen aber unterschiedlichen Motiven. Links für die Berliner Markenausführung (Maria mit dem Kinde) und rechts das der in der Bundesrepublik ausgegeben Marke (Block 13 König Kaspar) zuordenbar. Bei "gleichen" Markenausgaben und unterschiedlichen FDC Motiven für Berlin und die BRD kam es immer wieder vor, das die Marke (die der Berliner Block 6) auf dem "falschen" BRD FDC Format aufgeklebt und abgestempelt wurde. Vermeidlich ein seltenerer FDC.


Das Folioprint FDC Format wurde anlässlich der Funkausstellung Berlin im Juli 1981 für alle Fidacos FDCs übernommen und von Fidacos bis 1990 mit dem FDC Titel Colour de Luxe angeboten.


Die Folioprint FDCs wurde dann bis 1990 mit der Beschriftung Ersttagsbrief und einer aufgedruckten Grafik weitergeführt. 

Keller 1959 - 1990

Die ersten Keller Ersttagsbriefe (Berlin und BRD) enthielten im Jahr 1959 mit Angaben zum Ausgabedatum, die Briefmarkenauflage und dem Namen des Designers. Sie erschienen dann mit einem charakteristischen Bezeichnungsformat ERSTTAGSBRIEF ◊ FDC (◊ = Raute) und ab 1969 bis 1990 mit dem Keller Logo (Briefumschlag mit Keller).

330 keller
330 lpd raute
202 lpd mit auflage
www raute

Hier Beispiele der FDC Beschriftung für Keller FDC der 5 Pf. Marke (# 330 Berliner des 19. Jahrhunderts) mit und ohen Keller Logo. . Keller FDCs hatten eine gute Brief- und Druckqualität und ein m.E. ansprechendes Grafikdesign. In der Bundesrepublik kam der erste Keller Schmuck FDC im Oktober 1959 für die Wohlfahrtsmarken der Gebrüder Grimm heraus. Auf einem dieser FDC war die Anschrift des Herausgebers Günter Vogel, Bremen Domsheide-Glocke aufgestempelt.

Erich Braun EB 1960 – 1974

Die mit E-B gekennzeichneten Briefe - meist als Großformat – sind die m. E. schönsten FDC Ausführungen in meiner Sammlung. Die Grafiken sind aufwendig und mehrfarbig. Besonders die Freimarkenserien sind bei Sammlern begehrt. 

213 eb
250 251 252 253 e b

Die Bezugnahme auf den E-B FDCs erfolgt i.d.R. zur Landespostdirektion (Beispiel #213 Gerhard Hauptmann 1961), manchmal (bei Jugend- und Wohlfahrtsmarken, Beispiel # 250-253 Jagdbares Federwild 1965) auch zur Deutschen Bundespost Berlin. Der E-B Verlag Erich Braun hatte seinen Sitz in Berlin Tempelhof. E-B Ersttagsbriefe gab es (wie auch die FDCs des Landesverbandes LV) bis Ende 1974.

Wina 1961 - 1963

Schmuck-Ersttagsbriefe von Wilhelm Nau, Stadt Allendorf (bei Marburg) sind sehr selten. Es gab sie nur für eine sehr kurze Zeit. Sie sind durch ein auffälliges Logo (Posthorn und WINA) gekennzeichnet und erschienen Mitte 1962 mit der Serie Alt-Berlin (# 218 7 Pf.). In der BRD datierte die erste Wina FDC Ausgabe Ende August 1961 (# 365 Nürnberger Bote) und endete anscheinend Anfang 1963 mit der Marke # 391 (Miseor). Hier ein FDC Beispiel der Bundesdeutschen Märchenmarken 1961 mit Stempel der Wina Anschrift in Stadt Allendorf.

218 wina x
369 372 wina brd

Hermann Gripp G & H 1962 -1987

Hermann Gripp aus Hamburg war ein bekannter Hersteller und Händler von Ersttagsbriefen (FDC) und anderen philatelistischen Belegen. Ersttagsbriefe mit einem G&H Logo (innerhalb des Logos steht oben FDC und zwischen den Buchstaben ist ein Berliner Bär) plus großem Berliner Bär mit Krone gibt es seit 1962 innerhalb der Markenserie Alt-Berlin # 218 - # 229 (vgl. Kapitel 1960-1969). Die FDCs erscheinen danach durchgängig für alle Marken bis 1987, auch öfters mal - unsystematisch - ohne G&H Logo und ab 1981 mit ähnlichen und auch gleichen Motiven wie die Etabo FDCs der Firma Borek.

758 g&h
758 etabo

Heinrich Ahlers 1967 - 1974

Die Schmuck FDCs von Heinrich Ahlers aus Vienenburg (Harzer Briefmarkenversand) sind am Logo eindeutig erkennbar und erscheinen bis zu den Ausgaben der Heinemannserie. Sie sind sehr selten und es gibt nur zwischen 30 und 40 FDC Ausgaben.

758 g&h
758 etabo

Als Beispiel zeige ich den letzten mit G&H gekennzeichneten Brief in meiner Sammlung von 1986 # 758 (Europatag der Gemeinden und Regionen) den es in sehr ähnlicher Motiv Ausführung und Druckqualität auch mit Etabo Logo (seit 1982) gibt. Beide FDC Serien haben somit Gemeinsamkeiten bzw. Ähnlichkeiten. Diese FDC Ausführungen - die teilweise zeitgleich ausgegeben wurden - hatten eine schlicht ausgedrückt einfache Druck- und Briefqualität, welches auf eine gemeinsame Druckerei hindeuten könte.

Hofmann 1970

Von den Hofmann Ersttagsbriefen, die in einer ersten Phase am Logo eindeutig erkennbar sind, habe ich in meiner Sammlung nur sehr wenige Exemplare aus dem Jahr 1970. Als Beispiel # 358 (Internationale Filmfestspiele Berlin). Es gab die FDCs von 1969 (Weihnachtsmarke # 352) bis Mitte 1974. Das Logo wurde zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt durch die Beschriftung HKS ersetzt.

358 hofmann

Borek - FDC 1968 - 1974 + Übergangsphase bis Ende 1981

Der erste Borek Schmuck-FDC erscheint 1968 für die Jugendmarken (#316-319, vom Aussterben bedrohte Tiere) und den Marken # 320, 322 mit der Bezeichnung FDC und Ersttagsdatum. Die Puppenserie (#322-325) erscheint Ende 1968 mit einem Ahornblatt Logo und der Inschrift FDC.  Ab 1969 verwendet Borek ein sehr schwer zu erkennendes bzw. zu schwer zu lesenden FDC Logo bis 1974 (# 465 Robert Kirchhoff). Vgl. dazu bitte das Ende des Kapitels 1960-1969.

200 dpb
217 dbp mit hinweis es em
320 berlin fdc eventuell heinrich ahlers
321 berlin fdc eventuell heinrich ahlers

Für die Marken # 320 (500 Jahre Kammergericht) und # 321 (Deutsches Turnfest) erschienen zwei Borek FDCs die über die„Berlin-FDC“ und „FDC“ zuordenbar waren. Hier Scans von beiden FDCs. 

464 ahlers mit beschreibung vorderseite
464 ahlers mit beschreibung

Im Jahr 1974 erschien ein "besonderer" Borek FDCs #4 64 Georg Wenzeslaus (hier als Scan der Vorder- und Rückseite) mit einer Markenbeschreibung auf der Rückseite des Umschlags - das gab es meines Wissens erst (wieder) bei Sieger FDCs 1978. Der Kirchhoff FDC #465 (ebenfalls mit Markenbeschriftung auf der Rückseite) war der letzte Borek FDC mit dem FDC Logo.

617 620 fdc ohne logo
617 620 g&h

Ab # 466 zum 25. Jahrestag der Beendigung der Berliner Luftbrücke wird das Borek FDC Layout (ohne Logo und i.d.R. ohne Markenbeschreibung) weitere 6 Jahre bis Ende 1980 angeboten. Im Jahr 1981 entfällt der Hinweis auf das Ausgabedatum (ab # 637 Achim von Arnim).  In diesem Zeitraum gibt es immer wieder vereinzelte FDC Ausgaben mit sehr ähnlichen (z.B. #562, 570, 634-636, 637, 638, 639) der gar gleichen Motiven (z.B. 617-620) wie die G&H FDCs von Hermann Gripp. Hier ein Beispiel für motivgleiche FDCs der Jugendmarken #617 ff. eines Borek und G&H Ersttagsbriefes.

Borek - Etabo 1982 - 1990

1982 (# 659 750 Jahre Stadt Spandau) gab es den ersten FDC mit Aufdruck des ETABO Logos. Die Abkürzung stand für Ersttagabriefe Borek.  ETABO Ersttagsbriefe wurden bis Ende 1990 geliefert.

Ähnlichkeiten wie zwischen dem FDC Format von Borek und G&H gab es bei Motiven von G&H und Etabo zunächst im Jahr 1981 und dann ab dem Jahr 1982 häufiger Übereinstimmungen. Es lohnt sich an dieser Stelle nicht diese Ähnlichkeiten mit Scans zu belegen. Beide FDC Serien grenzten sich - bei ähnlicher - mäßig guter - Qualität bis zur letzten G&H Ausgabe (in meiner Sammlung #786 im Jahr 1987) gut gegeneinander ab. Deshalb nur der erste Etabo FDC aus meiner Sammlung (# 659 750 Jahre Stadt Spandau) und ein FDC bei das Etabo und G&H Logo aufgedruckt ist. 

659 etabo
765 766 767 768 etabo und g&h

 ETABO Ersttagsbriefe wurden bis Ende 1990 geliefert.